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Ein Stadtzentrum bauen. Usters Entwicklung im Rückspiegel

Stadthaus Uster, Ansicht Hauptfassade mit Stadthausplatz, Arch. Bruno Giacometti, Aufnahme 1962 (Stadtarchiv/Kläui-Bibliothek Uster)

Der Bau zweier Warenhäuser kurz nach 1945 markiert in Uster den Aufbruch in die Konsumgesellschaft der Nachkriegszeit. Mit dem Gemeindehaus von Bruno Giacometti, das als „Meisterwerk der Moderne“ gefeiert wurde, erhielt Uster 1962 eine soziale und politische Stadtmitte. Als „architektonischer Gegenpol“ fungierte die 1958 vollendete Stadthof-Überbauung mit dem ersten Wohnhochhaus. In den 60er-Jahren übernahm „die autogerechte Stadt“ das Planungsdiktat und pflügte mit der Verbreiterung der Zürichstrasse und dem Bau der beiden Einkaufszentren Uschter 77 (1972) und Illuster (1973) die ehemals dörflichen Strukturen von Uster radikal um. Die Hochkonjunkturphase fand ihren Abschluss mit dem 1977 eingeweihten Wohn- und Geschäftshaus der Post. Mit der 2008 erstellten Hochhausüberbauung Skyline wurde das alte Postulat der Zentrumsplanung wieder aufgegriffen. Usters 60-jährige Suche nach einem Identität stiftenden Stadtzentrum, das sich zu Fuss erkunden lässt, berührt grundlegende Fragen städtebaulichen Denkens.

Stadtzentrum Uster, Luftaufnahme 1986 (Stadtarchiv/Kläui-Bibliothek Uster)